Im Jugendheim Herschweiler-Pettersheim fand am 12. Mai 2026 ein sehr gut besuchter Infoabend statt. Dabei ging es um die geplante Strukturreform der Pfälzischen Landeskirche. Nach einer Kurzandacht von Gemeindediakon Andreas Horn informierte der frühere Pfarrer Martin Henninger von der Initiative „ProPresbyterium“ als Moderator über die angedachten negativen und radikalen Reformen.
Pro Presbyterium ist eine leidenschaftliche Initiative, die sich aktiv für den Erhalt der Presbyterien in der Evangelischen Kirche der Pfalz einsetzt. Dort sind haupt- und ehrenamtlich in der evangelischen Kirche tätige Mitglieder aus vielen Kirchengemeinden der Pfalz, die wegen der absehbaren negativen Auswirkungen der geplanten Verfassungsänderung kritisch gegenüberstehen. So will die protestantische Landeskirche die jetzigen 15 Dekanate wegen Personalnot, zurückgehender Mitgliederzahlen und abnehmender Finanzmittel in vier Kirchenbezirke zusammenfassen. Dazu ist eine Verfassungsänderung geplant, wobei einzelne Kirchengemeinden ihr Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts entzogen und die Kompetenzen der Presbyterien eingeschränkt werden sollen. Das Ergebnis würde bedeuten, dass die Kirchengemeinden nicht mehr selbstständig über ihre Gebäude entscheiden können. Nach Henningers Worten wird auch die Motivation von Ehrenamtlichen, die unbedingt gebraucht werden, sehr stark eingeschränkt werden. Der Presbyter und Lehrer Martin Mattheis aus Göllheim sprach vier Punkte an, welche Konsequenzen im Einzelnen dies für die Gemeinden bedeuten würde. Pro Presbyterium sei zu einem Dialog bereit, ob dies aber die Kirchenleitung in Speyer genauso sieht, sei fraglich. Der Verfassungsentwurf müsse gestoppt werden und keine Entscheidungen der Großdekanate von oben nach unten am grünen Tisch erfolgen. Bei der Auflösung der Pfarrstellen verlieren nach seinen Worten die Gemeindeglieder die Bezugsperson als Pfarrer oder Diakon, was weitere Kirchenaustritte zur Folge haben wird. Seine Worte: „Der Entwurf mit dem neuen Modell wird nicht funktionieren: Er ist unausgegoren und ein Angriff auf das Fundament der örtlichen Kirchen, keine Bürgernähe, Enteignung der Kirchengemeinden, fehlende Transparenz und kein Mitsprachrecht bei der Basis vor Ort.“ Evelin Urban, Presbyterin und Beisitzerin der Landessynode informierte im Statement, dass die Selbstbestimmung verloren gehe und die Kirchengemeinde nur noch Befehlsempfänger sei. Außerdem würde ein Griff in die Rücklagen erfolgen, die wie geplant mit 50 % oder mehr in die Landeskirche übergehen würden. Verwaltungsexperte Rainer Eberle nannte Zahlen, wonach die Landeskirche 60 Millionen Euro einsparen wolle, wobei allein durch den Wegfall von Pfarrstellen schon 20 Millionen Euro eingespart werden. Die einzelne Kirchengemeinde bekomme statt eines Haushaltsplanes nur noch eine bestimmte Summe als Einmalbetrag pro Jahr zur Verfügung. Bei der Podiumsdiskussion und den Fragen aus dem Publikum wurde kritisch hinterfragt, warum die Kirchenleitung und letztlich der Entscheidungsträger die Landessynode einen solchen Umbau wollen und einzelne Kirchengemeinden dadurch abhängig machen? Martin Mattheis gab die Hinweise weiter: Die Presbyterien sind zur Stellungnahme aufgefordert, die in 2 Schritten, jeweils zum 31. Juli 2026 und zum 31. Oktober 2026 erfolgen muss. Letztendlich entscheide die Landessynode mit einer 2/3 Mehrheit über die geplante Reform. Henninger gab im Schlusswort zu bedenken, dass die Rettung der evangelischen Kirche der Pfalz nur über die einzelnen Presbyterien und die Kirchengemeinden möglich sei.
Weitere Infos unter: https://www.propresbyterium.de.
Das Event kurz und knapp:
Was: Infoabend Pro Presbyterium – 12. Mai 2026
Wo: Jugendheim an der Kirche St. Michael,
Kirchengemeinde Herschweiler-Pettersheim
Ansprechpersonen
Hans Jürgen von Blohn
E-Mail: hansjuergen@vonblohn.world
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